Dr.Kranzhoff

21. März 2020

neues Corona Virus – UPDATE 22.03.2020

Update 2020-03-26, 20:48:07h

Liebe Mitmenschen!
in Anbetracht der Corona-Krise hier einige persönliche Worte von mir. Es kursiert diesbezüglich auch ein ähnlich lautender WhatsApp-Apell von mir, der offenbar stark verbreitet wird: Ich werde bezüglich der CoVID19 Beschränkungen aktuell sehr oft gefragt: „gegen einen Spaziergang an der frischen Luft oder mal Joggen spricht doch nichts, wenn ich Abstand halte?“.

Dem muss man entgegen: Die generelle und eindringliche Anordnung der Regierung lautet unmissverständlich: „Bleiben Sie wenn irgendmöglich zu Hause“. 

Erstmal klingt es plausibel, dass man allein im Park oder auf der grünen Wiese ja niemanden gefährdet. Aber was ist, wenn einem ein Jogger, der ja auch nur allein losgelaufen ist, entgegen kommt? Oder der Hundegänger? Im falschen Moment eingeatmet oder der Wind kommt aus der falschen Richtung und es findet möglicherweise doch eine Virusübertragung statt. Wo ist die Grenze, was ist der richtige Abstand? Wer darf raus und wer nicht? Hinzu kommt, dass die Corona-Viren 20 Minuten oder länger in einer Aerosolwolke als winzige ansteckungsfähige Tröpfchen in der Luft bleiben können. Weiß man, wer wenige Minuten vorher an der Stelle, wo ich gerade langgehe ordentlich gehustet hat? Ein Spaziergang oder joggen sind ein unnötiges Risiko, auf dass jeder für eine gewisse Zeit verzichten können sollte.

Jeder, der nicht wirklich zwingend hinaus muss, sollte zu Hause bleiben. Garten, Balkon, offenes Fenster müssen vorübergehend auch mal ausreichen. Je konsequenter wir das beachten, umso schneller ist es vorbei und die Restriktionen werden gelockert und umso weniger Menschen werden sterben.

Die Dimension der Bedrohung wird leider immer noch vielfach unterschätzt, da man (noch) nichts sieht. Ich habe vor einigen Tagen mit einer alten Freundin, die in Italien als Krankenschwester lebt und arbeitet telefoniert. Ich kann Jedem danach nur sagen: Was vor allem dort im Moment passiert, will und sollte niemand erleben müssen. Die Menschen sterben reihenweise in den Krankenhäusern, weil sie nicht versorgt werden können. Wären es nicht so furchtbar viele Kranke, könnte man sie retten. Das wird in unseren und auch den dortigen Medien vielleicht noch nicht so deutlich berichtet, wie es notwendig wäre. Die Lage ist aber wirklich sehr ernst und wie schwer es uns trifft, entscheidet sich in den nächsten 2-4 Wochen und danach, wie diszipliniert wir uns vor allem jetzt verhalten – nicht erst dann, wenn die Intensivstationen schon überfüllt sind. Dann ist es zu spät.
Darum geht es! Und jeder, wirklich jeder muss jetzt seinen Beitrag leisten.

Es ist nur menschlich, dass man Restriktionen gern vollumfänglich verstehen möchte, bevor man sie befolgt. Dies ist jetzt aber nicht die Zeit zu warten, bis es jeder auch nachvollziehen kann, warum er nicht rausgehen soll. Ich kann nur sagen, die Verantwortlichen haben sich ihre Empfehlungen absolut nicht leicht gemacht und hoffentlich noch rechtzeitig gehandelt. Noch viel eindringlicher als in den letzten Tagen durch die Offiziellen geschehen, kann man es kaum sagen: Hören Sie auf sie und appellieren Sie auch an die Menschen in Ihrem Umfeld, zu Hause zu bleiben wenn irgend möglich!
Dies ist mir ein wichtiges Anliegen und meine persönliche Bitte an Sie.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr

Dr. med. Michael Kranzhoff
Facharzt für Allgemeinmedizin
Facharzt für Innere Medizin
– Gastroenterologie
Hausarztzentrum Kemnade
Kemnader Straße 316
44797 Bochum

Suchen Sie bei einem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Corona-Virus in keinem Fall ohne telefonische Voranmeldung eine Arztpraxis oder eine Klinik auf und bleiben Sie zu Hause.

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